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EU AI Act
Der EU Artificial Intelligence Act, formal Verordnung (EU) 2024/1689, wurde vom Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union angenommen und am 12. Juli 2024 im Amtsblatt veröffentlicht. Er wurde im April 2021 von der Europäischen Kommission vorgeschlagen und über drei Jahre verhandelt. Die Verordnung gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten und wirkt extraterritorial: Anbieter und Betreiber außerhalb der EU sind erfasst, wenn die Ausgabe ihres KI-Systems in der Union verwendet wird.
01 · Grundlagen
Vollständiger Name und Ursprung.
Vor dieser Verordnung gab es kein bindendes Rechtsinstrument, das die Risiken von KI-Systemen umfassend regelte. Produkt- und Datenschutzrecht, etwa Maschinenrecht und DSGVO, deckten angrenzende Bereiche ab, ließen aber Lücken bei algorithmischer Transparenz, menschlicher Aufsicht über autonome Entscheidungen und Verantwortung für General-Purpose-AI-Modelle. Der AI Act schließt diese Lücken mit einem horizontalen, risikobasierten Rahmen.
Problemstellung.
Die Verordnung enthält 13 Kapitel, 144 Artikel und 13 Anhänge. Ihre Grundstruktur folgt einer vierstufigen Risikoklassifizierung:
Struktur und zentrale Artikel.
Ein eigenes Kapitel (Kapitel V, Artikel 51-56) regelt Anbieter von General-Purpose-AI-Modellen. Alle GPAI-Anbieter müssen Zusammenfassungen der Trainingsinhalte veröffentlichen, EU-Urheberrecht beachten und technische Dokumentation bereitstellen. Modelle mit systemischem Risiko, insbesondere bei sehr hohem Trainingsaufwand, müssen zusätzlich adversarial testing durchführen, schwere Vorfälle melden und angemessene Cybersicherheit sicherstellen.
- Unannehmbares Risiko (Artikel 5). Acht Kategorien von KI-Praktiken sind verboten, darunter unterschwellige Manipulation, Social Scoring durch Behörden, ungezieltes Scraping zum Aufbau von Gesichtserkennungsdatenbanken und biometrische Echtzeit-Fernidentifizierung in öffentlichen Räumen mit engen Ausnahmen für Strafverfolgung.
- Hohes Risiko (Artikel 6-49, Anhänge I und III). KI-Systeme sind hochriskant, wenn sie Sicherheitskomponenten eines regulierten Produkts sind oder in eine der Annex-III-Domänen fallen, etwa Biometrie, kritische Infrastruktur, Bildung, Beschäftigung, Strafverfolgung oder Justiz. Anbieter müssen Qualitätsmanagement, Konformitätsbewertung, Registrierung, technische Dokumentation und menschliche Aufsicht sicherstellen.
- Begrenztes Transparenzrisiko (Artikel 50). KI-Systeme, die mit Personen interagieren, synthetische Inhalte erzeugen oder Emotionserkennung durchführen, müssen dies offenlegen.
- Minimales Risiko. Alle anderen KI-Systeme sind nicht unmittelbar reguliert, können aber freiwillige Codes of Conduct übernehmen.
Die Verordnung wird phasenweise angewendet, gerechnet ab Inkrafttreten am 1. August 2024:
Anwendungszeitplan.
Bußgelder reichen bis zu 35 Millionen EUR oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes bei Verstößen gegen verbotene Praktiken, und bis zu 15 Millionen EUR oder 3 % bei anderen Verstößen. Das EU AI Office innerhalb der Europäischen Kommission überwacht die Einhaltung der GPAI-Regeln und untersucht systemische Risiken.
- 2. Februar 2025 — Verbote nach Artikel 5 und KI-Kompetenzpflichten werden anwendbar.
- 2. August 2025 — GPAI-Pflichten und Governance-Regeln werden anwendbar; das EU AI Office übernimmt Aufsichtsfunktionen.
- 2. August 2026 — Allgemeines Anwendungsdatum im geltenden Verordnungstext, einschließlich Hochrisiko-Systemen nach Annex III. Die politische Digital-Omnibus-Einigung vom 7. Mai 2026 würde eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme auf den 2. Dezember 2027 verschieben, sofern sie formal angenommen wird.
- 2. August 2027 — Datum im geltenden Verordnungstext für Hochrisiko-KI-Systeme als Sicherheitskomponenten von Annex-I-Produkten. Dieselbe politische Einigung würde produktintegrierte Hochrisiko-KI-Systeme auf den 2. August 2028 verschieben, sofern sie formal angenommen wird.
Industrielle KI-Systeme in sicherheitskritischen Fertigungsprozessen können unter Annex I oder Annex III als Hochrisiko-Systeme eingestuft werden. Hersteller, die KI für Qualitätsprüfung, Predictive Maintenance oder autonome Prozessanpassungen einsetzen, müssen den vorgesehenen Zweck dokumentieren, Risikomanagement betreiben, Daten-Governance sicherstellen und wirksame menschliche Aufsicht ermöglichen. Konformitätsbewertung und CE-Anforderungen können vor dem Inverkehrbringen relevant werden.
Praktische Bedeutung für Hersteller.
Tanocrix ist als strukturierte Ausführungsschicht zwischen KI-Begründung und industrieller Handlung gedacht. Das typisierte Aktionsschema unterstützt Dokumentation und Transparenz, der verpflichtende Freigabeschritt unterstützt menschliche Aufsicht, und die signierte Audit-Kette unterstützt Protokollierung und Nachvollziehbarkeit. Weil jeder KI-Vorschlag als prüfbares Objekt statt als freier Text vorliegt, können Betreiber Transparenz und Kontrolle technisch nachweisen.
02 · Einordnung
Bezug zu Tanocrix.
Tanocrix is designed to operate as the structured execution layer between AI reasoning and industrial action. Its architecture directly addresses several EU AI Act requirements: the typed action schema maps to the technical-documentation and transparency records of Articles 11–13; the mandatory human-approval step in the Tanocrix workflow supports the human-oversight obligation of Article 14; and the immutable, cryptographically signed audit trail maps to the logging and traceability requirements of Article 12. Because every AI proposal in Tanocrix is a structured, inspectable object rather than opaque free text, deployers can evidence their own compliance case with the Act's transparency provisions by design.